Bad Godesberg liegt an der südlichen Spitze der Kölner Bucht und markiert somit den Übergang vom Mittelrhein zum Niederrhein. Godesberg wurde 722 als ubische Kultstätte urkundlich erwähnt. Bedeutung erlangt Godesberg 1210, als der Kölner Kurfürst und Erzbischof Dietrich I. von Hengebach am 15. Oktober den Grundstein für die Godesburg legt.

Am 17. Dezember 1583 wird die Godesburg durch Truppen des Kurfürsten Ernst von Bayern gesprengt, nachdem sich dessen abgesetzter Vorgänger Gebhard I. von Waldburg Truchsess von Waldburg-Zeil dort verschanzt hatte. Von 1697 bis 1699 wird unter Kurfürst Joseph Clemens von Bayern der Innenraum der Michaelskapelle auf dem Godesberg mit einer prächtigen Barockdekoration ausgestattet und erhält damit ihr heutiges Erscheinungsbild. Ab 1699 wird die Kapelle zur Hauskirche des wenige Jahre zuvor gegründeten Orden vom Heiligen Michael. 1790 bis 1792 ließ Kurfürst Max Franz die Heilquelle neu fassen, den Kurpark anlegen und die Redoute und die anliegenden Logierhäuser errichten.

Godesberg wurde zum Badeort und erhielt 1925 den Titel Bad zugesprochen. Während der Nazi-Herrschaft erhielt Bad Godesberg den Ruf, ein besonders beliebter Ort des „Führers“ zu sein. Den Zweiten Weltkrieg überstand Bad Godesberg weitgehend unzerstört: Vom Luftkrieg weitestgehend verschont war die Stadt mit Verwundeten und Alten stark belegt. Deshalb entschlossen sich die 6000 Mann starken Verteidiger in der Nacht zum 8. März 1945 zum Rückzug über den Rhein. Vize-Bürgermeister Ditz übergab die Stadt telefonisch an die Amerikaner, nachdem sich Bürgermeister Heinrich Alef auf die rechte Rheinseite abgesetzt hatte. Damit war Bad Godesberg die erste größere Stadt, die den Alliierten kampflos und unzerstört in die Hände fiel. Nachdem Bonn 1949 zur provisorischen Bundeshauptstadt geworden war, wurde das im Krieg weitgehend unzerstörte Bad Godesberg zum Sitz vieler Botschaften. Godesberg erhielt den Spitznamen Diplomatenstadt, die B 9 nach Bonn wurde zur Diplomatenrennbahn.

Die Weinstube Maternus nahe dem Bahnhof, in der Konrad Adenauer regelmäßig zu Mittag aß, erhielt bald den Spitznamen „Wohnzimmer der Republik“, da dort zahlreiche diplomatische Verhandlungen abgeschlossen wurden. Stets unterschätzt und im Hintergrund hat Bad Godesberg vielleicht gerade deshalb die Wirkung eines neutralen Kraftortes.

Heute ist Bad Godesberg ein Stadtbezirk von Bonn, der sich jedoch in vielerlei Weise seine Unabhängigkeit bewahrt hat. Da Bonn jahrelang Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland war und auch heute stark international ausgerichtet ist, gibt es in der früheren „Diplomatenstadt“ Bad Godesberg mehrere internationale Schulen. Darunter eine iranische, eine arabische und eine japanische Schule. Auch die spanische Weiterbildungsakademie kann zu dieser Kategorie gezählt werden.

Die privat geführte „École DeGaulle-Adenauer“ untersteht seit 1990 dem französischen Außenministerium. Weiterhin befindet sich im Godesberger Stadtteil Lannesdorf die König-Fahd-Akademie. Sie wird durch Saudi-Arabien finanziert und richtet sich vor allem an muslimische Kinder. Auch die Zentrale des Nationalen Cyber-Abwehrzentrums befindet sich im Süden des Stadtbezirks Bad Godesberg im Ortsteil Mehlen.

Eine Stadt die allzu oft unterschätzt wird.

Textquelle godesberg.de, Wikipedia

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